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Veranstaltungsprogramm

Die Ausstellung ist geöffnet zu den Öffnungszeiten der Kaiserburg: Mi – Fr 13 – 16 Uhr, Sa + So 11 – 16 Uhr Eintritspreis ist im Burgicket enthalten

150 Jahre Moll und Moll

14. Juni – 3. Oktober 2021

Mein lieber Freund!

Philipp Moll
150 Jahre Moll & Moll

150 Jahre Moll & Moll

Ausstellung des Stadtarchivs in der Laufer Kaiseburg

Stadtgeschichte und –geschehen findet nicht nur „gestern“ statt. Lebendige Stadtkultur lebt und lernt aus der Vergangenheit für die Zukunft und passiert jetzt.

Die Familie Moll und ihr künstlerisches Schaffen, eingebunden in den Heimatkosmos Lauf, belegen diese Tatsache in ganz besonderer Weise.

Vom 14.06. 2021 – 3. 10.2021 präsentiert das Stadtarchiv Lauf/Städtische Sammlungen gemeinsam mit dem „Kulturverein Winterstein e. V.“ die Ausstellung“ 150 Jahre Moll und Moll“.

Sie zeigt eine Auswahl von Werken von Karl Moll und seinem Sohn Philipp Moll.

Begleitend zur Ausstellung wird es eine Lesung im Kaisersaal und ein Konzert in der Burgstube geben.

Im Jahr 2020 wäre Karl Moll († 2005) 100 Jahre und sein Sohn Philipp Moll (†2016) 50 Jahre alt geworden.

Karl Moll war gebürtiger Laufer und Gründungsmitglied des Laufer Künstlerkreises. Der gelernte Schriftsetzer war Zeit seines Lebens der Natur und der Kunst innig verbunden. Mit fünf Jahren begann er zu malen. Neben wenigen Portraits hat er sich hauptsächlich der Landschaft gewidmet. Seine liebsten Motive waren die Umgebung von Lauf, der Pegnitzgrund und das Meer. Stets hatte er seine Malutensilien bei sich. Der gesellschaftlich und religiös sehr engagierte Karl Moll (Kirchenvorstand der ev. Kirchengemeinde Lauf, Seniorenbewegung der AWO, Gartenbauverein, Gewerkschaft IG Druck und Papier, Maikundgebungen) gewann seine Inspiration aus seiner Liebe zur Schöpfung. Darüber hinaus war er Verfasser einiger Mundartgedichte.

Philipp Moll, sein jüngstes Kind, hat nach einer Schreinerlehre, einem begonnenen Theologie- und abgeschlossenem Kunststudium (Meisterschüler, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, Klasse Diet Sayler) ebenfalls als „Universalist“ in verschiedenen Medien gearbeitet. Dabei war es weniger die Malerei, die ihn begeisterte, als viele andere künstlerische Techniken: Er hat gedruckt (Siebdruck, Radierung), gezeichnet, Skulpturen geschaffen und Installationen gebaut. In seinen letzten Lebensjahren hat er sich zusehends mehr der Sprache zugewandt: Er hat Kolumnen für zwei Zeitungen geschrieben, regelmäßig mit selbstverfassten Texten im Kabarett brilliert und Lieder für seine Band „Fast zu Fürth“ getextet. Deren Sänger ist Matthias Egersdörfer, mit dem er seit der 5. Klasse eng befreundet war. Gemeinsam mit anderen Freunden gründeten sie 1992 den „Kulturverein Winterstein e. V.“. Seit 2006 war er ein Teil des Künstlerduos „Die Weltanschauungsbeauftragten“ (zusammen mit Martin Fürbringer).

Seit 2011 veranstaltete er „Molls bunter Trichter“- eine Kabarettshow mit Gästen, 2012 hatte sein Soloprogramm „Alles von der toten SauI“ (Regie: Claudia Schulz) Premiere. Seit 2013 ist seine Kolumne “ Molls Material“ in der Nürnberger Zeitung erschienen. Im selben Jahr wurde sein Buch „Blumen und Wurst“; eine Geschichtensammlung aus dem Fränkischen und von seiner Familie veröffentlicht. (Illustrationen von Daniel Bischoff).

2016 ist Philipp Moll nach langer Krankheit überraschend verstorben.

Die Ausstellung zu 150 Jahren Moll hat sich vorgenommen, die Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks in den Werken von Vater und Sohn Moll zu zeigen und die Gemeinsamkeiten zu betonen. Dabei sind die Liebe zur Heimat und vor allem auch zum fränkischen Dialekt als besonders wichtig zu erwähnen. Die Familie, die Familiengeschichte und die Verwandten sind die tiefe Quelle aus der Karl und Philipp Moll und ihre Kunst schöpften.

Die Exponate, die in der Laufer Burg gezeigt werden, sind aus dem Nachlass von Vater und Sohn zusammengetragen, sowie aus privaten und öffentlichen Sammlungen und den Städtischen Sammlungen Lauf geliehen. Es ist beabsichtigt, die Werke nicht nach den Urhebern getrennt zu präsentieren, sondern sich an inhaltlichen, ästhetischen und formalen Aspekten zu orientieren, um den Besucher*innen zu ermöglichen, anhand der Hängung und Kombination der Werke die Gemeinsamkeiten, Schnittmengen und Unterschiede der beiden Oeuvres zu erfahren.

Neben den Bildern, Skulpturen und Objekten im Saal wird es einen Touchscreen mit vielen Texten,   Lesungsausschnitten, Bühnenauftritten, Interviews, Erläuterungen, etc. zum Werk der Künstler geben.

Karl und Philipp Moll