
Phase 2: Fremdarbeiterpolitik
Persönliche Schicksale von Zwangsarbeitern in Lauf
Nina Iwanowa Tjutjunnik
&
Sergej Danilowitsch Popenko
Das Foto der in Lauf tätigen Zwangsarbeiterin Nina Iwanowa Popenko und Ihrer Freundin zeigt das vorgeschriebene Kleidungsabzeichen am linken Ärmel ihrer Jacke.
Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Polen oder der Sowjetunion waren gezwungen Abzeichen zu tragen. Die Aufnäher trugen die Aufschrift „P“ oder „OST“. Der Kontakt zu Deutschen sollte verhindert und Diskriminierungen möglich gemacht werden.
Kein Abzeichen auf der Kleidung zu tragen, stand unter Strafe.


Auf dem Foto sieht man Sergej Danilowitsch Popenko (geb. 2. April 1924 in Ladishenok, Kreis Ladishensk, Kiewer Gebiet in der Ukraine) in Arbeitskleidung, der am 2. April aus seinem Heimatort zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert wurde. Nach Ankunft in der Verteilungsstelle in Lauf a.d. Pegnitz wurde er, der Firma „Steatit Magnesia AG“ zugeteilt. Die Widmung auf der Rückseite des Fotos bezieht sich auf die befreundete Nina Tjutjunnik.
Nina und Sergej wurden im Mai 1945 von amerikanischen Truppen befreit und in die sowjetische Zone überstellt. Sergej Popenko wurde dort von der Feldpolizei zur Roten Armee eingezogen, wo er bis 1946, dem Jahr der Demobilisierung, bleiben musste.

