
Phase 2: Fremdarbeiterpolitik
Grabdenkmal für die getöteten Zwangsarbeiter auf dem Städtischen Friedhof Lauf
Ende der 1940er Jahre existierten in den Friedhofsabteilungen 16 und 31 des Laufer Stadtfriedhofs 41 Erwachsenen- (1) und 31 Kindergräber (2). Diese Grabstätten wurden pauschal als “Polengräber” bezeichnet und lagen hinter Büschen am Rande des damals genutzten Friedhofareals. Darin waren Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus Polen und der damaligen Sowjetunion begraben. Die Kinder waren meist im Lager “Waldlust” zur Welt gekommen und hatten nur kurze Zeit gelebt. Nicht alle Tote sind namentlich bekannt und manche Gräber waren mehrfach belegt oder bald wieder aufgelassen worden. Einige westeuropäische Ausländer waren in anderen Friedhofsabteilungen beigesetzt worden. Die tatsächliche Zahl der während und nach dem Krieg auf dem Laufer Stadtfriedhof begrabenen Ausländerinnen und Ausländer liegt bei etwa 95.

Das Ausländer-Gräberfeld ist durch helle Flecken erkennbar(1), östlich davon, noch nicht erschlossenes Ackerland (2), nord-östlich, Haupteingang und Aussegnungshalle (3)
Im Juli 1965 erließ der Deutsche Bundestag ein Gesetz zum dauerhaften Erhalt aller Ausländergräber auf Friedhöfen in der Bundesrepublik. Doch kurz vor Inkrafttreten des sogenannten “Gräbergesetzes” hatte die Stadt Lauf ohne Genehmigung der Regierung von Mittelfranken gehandelt und alle Einzelgräber aufgelassen. Das allerdings ohne die vorherige Idee zu verwirklichen, für die ausländischen Toten ein würdiges Gemeinschaftsgrab an prominenter Stelle (3) anzulegen. Statt zum 1957 eingeweihten Ehrenhain für die Kriegstoten (4), wurden die Gebeine abseits in ein unmarkiertes Sammelgrab (5) umgebettet.

Da die Regierung von Mittelfranken über die Grabauflösungen nicht informiert worden war, überwies diese der Stadt Lauf weiterhin eine jährliche Pflegepauschale für die vermeintlich noch vorhandenen Gräber. Als deren Nichtexistenz bemerkt wurde, musste die Stadt Lauf die unrechtmäßig empfangenen Gelder zurückzahlen. Dafür bezog sie fortan eine jährliche Pflegepauschale für das Sammelgrab. Allerdings kam sie der gesetzlichen Verpflichtung, dieses kenntlich zu machen und zu pflegen, über ein Jahrzehnt nicht nach. Erst 1982 wurde die 25 qm große Grabfläche mit Sandstein eingefasst und erhielt einen beschrifteten Grabstein. Der in der Inschrift erwendete Begriff “Ostarbeiter” gab seither einen Hinweis auf das Schicksal der dort Bestatteten. Allerdings wurde so ein Begriff der nationalsozialistischen Terminologie übernommen, der ohne Kontextualisierung die Zwangsarbeit relativiert.
Auf Initiative des Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge stellte die Stadt Lauf im Jahr 2024 neben dem Grabstein zwei Namenstafeln auf. Die originale Inschrift auf dem Gedenkstein wurde durch eine Plakette abgedeckt. Das rief Kritik hervor, da nun kein Bezug zur Zwangsarbeit mehr gegeben war.
Daraufhin wurde die Plakette wieder abgenommen. Im Herbst 2025 erfolgte die Aufstellung zweier neuer Tafeln. Diese enthalten eine vervollständigte Namensliste und eine Erläuterung des geschichtlichen Kontextes. Die Informationen hierzu wurden im Rahmen des von der Summer Kulturstiftung und dem Stadtarchiv Lauf angestoßenen Forschungsprojektes „Brennpunkte des Nationalsozialismus in Lauf“ wissenschaftlich erarbeitet.
Da die Regierung von Mittelfranken über die Grabauflösungen nicht informiert worden war, überwies diese der Stadt Lauf weiterhin eine jährliche Pflegepauschale für die vermeintlich noch vorhandenen Gräber. Als deren Nichtexistenz bemerkt wurde, musste die Stadt Lauf die unrechtmäßig empfangenen Gelder zurückzahlen. Dafür bezog sie fortan eine jährliche Pflegepauschale für das Sammelgrab. Allerdings kam sie der gesetzlichen Verpflichtung, dieses kenntlich zu machen und zu pflegen, über ein Jahrzehnt nicht nach. Erst 1982 wurde die 25 qm große Grabfläche mit Sandstein eingefasst und erhielt einen beschrifteten Grabstein. Der in der Inschrift erwendete Begriff “Ostarbeiter” gab seither einen Hinweis auf das Schicksal der dort Bestatteten. Allerdings wurde so ein Begriff der nationalsozialistischen Terminologie übernommen, der ohne Kontextualisierung die Zwangsarbeit relativiert.
Auf Initiative des Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge stellte die Stadt Lauf im Jahr 2024 neben dem Grabstein zwei Namenstafeln auf. Die originale Inschrift auf dem Gedenkstein wurde durch eine Plakette abgedeckt. Das rief Kritik hervor, da nun kein Bezug zur Zwangsarbeit mehr gegeben war.

Daraufhin wurde die Plakette wieder abgenommen. Im Herbst 2025 erfolgte die Aufstellung zweier neuer Tafeln. Diese enthalten eine vervollständigte Namensliste und eine Erläuterung des geschichtlichen Kontextes. Die Informationen hierzu wurden im Rahmen des von der Summer Kulturstiftung und dem Stadtarchiv Lauf angestoßenen Forschungsprojektes „Brennpunkte des Nationalsozialismus in Lauf“ wissenschaftlich erarbeitet.

